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Workshop: Von der europäischen KI zum geschäftlichen Nutzen

Worum geht's?

Der Workshop „Von der europäischen KI zum geschäftlichen Nutzen“ zeigt anhand der Lösungen des lettischen Sprachtechnologieunternehmens Tilde, wie Organisationen Künstliche Intelligenz sicher, mehrsprachig und mit eigener Fachterminologie einsetzen können. Der Tilde-Speaker richtet sich an den öffentlichen und privaten Sektor und konzentriert sich auf sensible Dokumente, Ausschreibungen, interne Kommunikation, maschinelle Übersetzung und sprachbasierte Assistenten. Im Mittelpunkt stehen Bereitstellungsmodelle, bei denen Daten und Modelle in einer privaten Cloud oder in der eigenen Infrastruktur bleiben können. Live demonstriert werden ein mehrsprachiger Event Assistant und eine Plattform für Übersetzung, Texterkennung, Zusammenfassung, Umformulierung und dokumentenbezogene Suche.

Was bringt es?

Unternehmen können mehrsprachige Inhalte verarbeiten, ohne vertrauliche Dokumente unkontrolliert an öffentliche KI-Dienste zu übergeben. Die Plattform übersetzt unter anderem Word-Dokumente und soll Bilder, Farben, Schriftarten sowie Fett- und Kursivformatierungen weitgehend erhalten. Eigene Glossare sorgen dafür, dass Produktnamen und Fachbegriffe abteilungsübergreifend einheitlich verwendet werden. Zusätzlich lassen sich Texte zusammenfassen, umformulieren und über semantische Suche oder einen Dokumentenchat erschließen. Der Event Assistant erzeugt während einer Veranstaltung Transkriptionen und Übersetzungen in mehreren Sprachen. Teilnehmende können die Ausgabe über einen QR-Code auf dem eigenen Gerät verfolgen. Das bietet eine zusätzliche Option, wenn Zeit, Budget oder verfügbare Dolmetschkapazitäten begrenzt sind.

Was haben wir gelernt?

Mehrsprachige KI braucht mehr als ein allgemeines Sprachmodell. Datenstandort, Terminologie, Zugriffsrechte, Dokumentformate und Integrationen bestimmen, ob eine Lösung im Arbeitsalltag nutzbar ist. Tilde arbeitet nach Aussage des Speakers an einem offenen europäischen Sprachmodell, das auch kleinere europäische Sprachen angemessen unterstützen soll. Das Training nutzte zwei Millionen GPU-Stunden und fand zu einem großen Teil auf dem Supercomputer LUMI in Finnland statt. Die genaue Zahl der unterstützten Sprachen bleibt im Ausgangsmaterial mit 32 beziehungsweise 34 uneinheitlich. Auch genannte Qualitätsvorteile gegenüber amerikanischen und asiatischen Modellen werden im Workshop nicht durch Benchmarks belegt. Die Demonstration zeigt außerdem praktische Grenzen: Mikrofonqualität, Akzent, Hintergrundgeräusche, Internetverbindung, Dateigröße und Infrastruktur beeinflussen Verarbeitung und Ausgabe.

Wo kann man es einsetzen?

Geeignete Einsatzfelder sind Übersetzung und Lokalisierung, Ausschreibungen, Produkt- und Marketingtexte, interne Wissenssuche, Veranstaltungsuntertitel, Transkription sowie mehrsprachige interne und externe Assistenten. Professionelle Übersetzende können Vorschläge und Glossare über CAT-Tools wie Trados oder memoQ in bestehende Abläufe einbinden. Eine optische Zeichenerkennung soll auch Bilder und gescannte Dokumente erfassen. Für einen sicheren Einsatz müssen Organisationen festlegen, welche Funktionen online, in einer privaten Cloud oder On Premises betrieben werden. Zu klären sind Serverkapazität, Speicherort, Modellqualität, Schnittstellen, Rechteprüfung und Datenaufbewahrung. Der Speaker nennt für eine typische containerbasierte Bereitstellung zwei bis drei Wochen, weist aber darauf hin, dass Umfang und Infrastruktur den Aufwand bestimmen.

Der nächste Schritt

Zunächst sollte die Organisation einen klaren Anwendungsfall und die benötigten Sprachen festlegen. Danach werden sensible Daten, vorhandene Systeme, Dokumentformate und verbindliche Fachbegriffe erfasst. Ein Pilot kann mit einer begrenzten Dokumentengruppe oder einer einzelnen Veranstaltung beginnen. Dabei werden Übersetzungsqualität, Layout-Erhalt, Terminologietreue, Geschwindigkeit und Zugriffsrechte geprüft. Vor einer produktiven Einführung sollten außerdem offene Fragen zu Sicherheitszertifizierungen, Verschlüsselung, Quellenanzeige, Speicherung und Berechtigungen geklärt werden. Wenn der Pilot die fachlichen und technischen Anforderungen erfüllt, kann die Lösung über Schnittstellen integriert oder innerhalb der Organisation bereitgestellt und schrittweise auf weitere Sprachen, Abteilungen und Dokumentbestände erweitert werden.

Take-away

Mehrsprachige KI wird erst durch Datenschutz, Terminologie und passende Bereitstellung wirklich unternehmenstauglich.

Entscheidend sind nicht nur Sprachfähigkeiten, sondern auch Datenstandort, Zugriffsrechte, Fachbegriffe, Dokumentformate und Integrationen.

Europäische KI kann sensible Inhalte kontrollierter verarbeiten.

Private Cloud- oder On-Premises-Modelle ermöglichen Übersetzung, Dokumentensuche, Zusammenfassung und Assistentenfunktionen, ohne vertrauliche Daten unkontrolliert an öffentliche Dienste zu übergeben.

Ein Pilot sollte Qualität und Sicherheit gleichermaßen prüfen.

Sinnvoll ist ein klar begrenzter Anwendungsfall, bei dem unter anderem Übersetzungsqualität, Terminologietreue, Geschwindigkeit, Layout-Erhalt, Zugriffsrechte und offene Sicherheitsfragen bewertet werden.

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